Parkinson – wenn sich das Leben ändert

Der Umgang mit der Diagnose Parkinson fällt vielen Betroffenen und Angehörigen am Anfang schwer.

Autor: Gastbeitrag
Parkinson im Alter. Parkinson, wenn sich das Leben ändert,
 
Gesundheit

Parkinson – wenn sich das Leben ändert

Haben Sie gerade die Diagnose Parkinson erhalten und sind Sie immer noch von der Diagnose erschüttert? Vielleicht ist auch ein Angehöriger oder ein guter Freund an dieser Krankheit erkrankt und daher interessiert Sie das Thema besonders.

 

Was ist Parkinson eigentlich?

Parkinson ist der Sammelbegriff für unterschiedliche Syndrome. Das bekannteste ist das idiopathische Syndrom, das auch Morbus Parkinson genannt wird. Hier ist der Verlauf eher langsam und die Lebenserwartung um nur wenige Monate verkürzt.

Bei den atypischen Syndromen ist der Verlauf meist dramatischer, dafür sind diese Erkrankungen auch seltener. Tödlich ist Parkinson dennoch nicht.

 

Was sind die typischen Anzeichen von Parkinson?

Je nachdem um welches Syndrom es sich handelt, können die Symptome sehr unterschiedlich aussehen. Auf jeden Fall ist Parkinson mehr als nur ein Zittern. Es gibt körperliche, aber auch geistige Symptome, die nicht direkt sichtbar sind.

Typische körperliche Symptome sind z. B. das typische Zittern, eine Verlangsamung, Steifheit, Gang- oder Gleichgewichtsschwierigkeiten. Dies ist unangenehm und schränkt die Fähigkeiten im Alltag immer weiter ein. Am Ende geht die Selbstständigkeit verloren und der Betroffene ist auf Hilfe angewiesen.

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Geistige Beeinträchtigungen sind z. B. Wortfindungsstörungen, mangelnde Sprachfähigkeiten oder Vergesslichkeit. Für einen Erkrankten kann es aber schon früh anstrengend sein die Gedanken zu sortieren, die Aufmerksamkeit von einem Thema zum anderen zu wechseln oder für Konflikte oder Probleme eine Lösung zu suchen. Dementsprechend kann es auch ein Problem sein, zwischen zwei Optionen abzuwägen, oder nötige Schritte für eine Handlung in die Wege zu leiten. All diese Vorgänge können sich für den Betroffenen als eine schier unüberwindbare Hürde darstellen.

Bei Parkinson kann es so zu Verhaltensveränderungen kommen. Auch wenn die Veränderungen am Anfang nicht so auffallen, so können sie dennoch zu Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen führen. Daher ist es wichtig, auch die möglichen kognitiven Beschwerden zu berücksichtigen. Leicht können die Erwartungen, die an einen Betroffenen gestellt werden, zu hoch sein oder Missverständnisse entstehen. Die Mimik kann zum Beispiel so vermindert sein, dass ein Fremder aus der Körpersprache Desinteresse herausliest. Achten Sie als Betroffener oder Außenstehender hierauf. Das Wissen über die Veränderungen kann helfen Missverständnisse und falsche Erwartungen vorzubeugen.

Was ist außerdem wichtig?

Besonders in den ersten Jahren – nicht selten sogar im ersten Jahrzehnt! – ist Morbus Parkinson mit Medikamenten sehr gut zu behandeln. Eine medikamentöse Einstellung ist daher sehr wichtig. Hierfür ist ein vertrauensvolles Verhältnis zu einem Arzt bzw. Neurologen hilfreich.

Auch bei den anderen Syndromen ist eine gute Zusammenarbeit mit dem Arzt wichtig. Die Medikamente haben in diesem Fall vielleicht eine geringere Wirkung, eine fachärztliche Betreuung gibt aber dennoch Halt und Unterstützung. Der Arzt oder Neurologe ist in vielen Fragen ein wichtiger Ansprechpartner. Genauso wie andere Experten, Therapeuten oder Selbsthilfegruppen eine gute Anlaufstelle sind.

Je besser der Betroffene selbst mit seiner Erkrankung umgehen kann, desto aktiver wird er sein Leben gestalten. Das ist ebenfalls von einem großen Vorteil für den Verlauf der Erkrankung. Auch Offenheit kann zu einem besseren Leben beitragen.

Bewegung und ein aktiver Lebensstil helfen ebenfalls bei einem günstigeren Verlauf.

 

Richtiger Umgang mit Betroffenen

Beim Umgang mit einem Parkinson-Erkrankten hingegen ist wichtig:

Nur keine Scheu, die Krankheit ist nicht ansteckend.

Mit Parkinson dauert alles länger, heißt aber nicht, dass der Erkrankte nichts mehr kann.

Durch Druck und Stress steigern sich das Zittern und die Verlangsamung häufig, daher haben Sie Geduld!

Betroffene möchten ausreden und selbst Entscheidungen treffen.

Verharrt ein Betroffener bewegungslos, können Sie ihn oft schon durch eine freundliche Ansprache ablenken und ihm helfen.

 

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BeuningenAutorin: Silke van Beuningen ist Physiotherapeutin, Buchautorin und betreibt die Webseite fit-trotz-parkinson.de. Als Spezialistin für das Parkinson-Syndrom ist sie Ansprechpartnerin für Betroffene und Angehörige.

 

 

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