Die Gatterl-Tour. Von Ehrwald auf die Zugspitze

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Die Gatterl-Tour – „Einfache“ Route zur Zugspitze

Mitte September. Nach dem der Wetterbericht für den Alpenraum Sonnentage vorhersagte,  buchten wir kurzerhand drei Tage Urlaub und erfüllten uns den Wunsch Nr. 37 – Wanderung auf die Zugspitze über das Gatterl -.  … Tschakka, wir haben es geschafft.

Gut, der Weg gilt  unter waschechten Bergsportlern als einfach. Was den Schwierigkeitsgrad angeht, kann ich dem soweit zustimmen. Aber für uns preußische Jung- Senioren mit einer durchschnittlichen Fitnessstudio-Kondition war der Weg mit einer Gehzeit von ca. 5  Stunden und  1.100 Höhenmeter über die Hochfelder Alm und übers Gatterl wohlüberlegt und wie sich später herausstellte goldrichtig.


FAKTEN
Ausgangspunkt:           Ehrwalder  Alm  – 1500Hm
Bahnticket:                   Gatterl- Ticket
Gehzeit:                        5 – 5 1/2 Stunden
Höhenunterschied:     1.400 Meter
Anforderung:               Trittsicherheit

 


 

Das Gatterl- Ticket der Tiroler Zugspitzbahn

Hier bietet die Tiroler Zugspitzbahn ein wirklich tolles Angebot zu einem erschwinglichen Preis. Geht´s doch hier nicht weniger als um den höchsten Berg Deutschlands.

 

LEISTUNGEN

  • Kostenfreies Parken an der Talstation der Ehrwalder Almbahn
  • Bergfahrt mit der Almbahn zur Ehrwalder Alm auf 1500 m
  • Fahrt mit der Bayerischen Gletscherbahn auf das Zugspitzplatt
  • Freier Eintritt in die „Faszination Zugspitze“- Erlebniswelt
  • Talfahrt mit der Tiroler Zugspitzbahn
  • Busfahrt zur Talstation der Ehrwalder Almbahn

 

Routenplan der Wanderung: Almbahn.at/wandern-bergsteigen/gatterl-tour

 

 

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Gut, der Aufstieg geht anspruchsvoller, sportlicher und abenteuerlicher, aber für uns war diese Route eine gute Wahl.


 

Wanderung auf den höchsten Berg Deutschlands – die Zugspitze

Schon früh morgens kurz nach der Öffnung der Almbahn waren wir auch schon mit weiteren hoch motivierten Bergwanderern Richtung Gondel und Zugspitze unterwegs. Der Tag versprach Tagestemperaturen bis 25° C. Ist die Sonnencreme im Rucksack? Schnelle Kontrolle – alles ok. Kaum waren wir mit dem Tross in Richtung Hochfelder Alm an den genüsslich kauenden Kühen vorbei gezogen und man staune, die ersten 30 Minuten waren schon erwandert, wärmten die Sonnenstrahlen so stark, dass wir uns auf der Alm umziehen mussten …leichte sommerliche Wanderkleidung  war angesagt.

 

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Wir hatten alles in unseren Rucksäcken, von Handschuhen über Fleece bis Regenjacken, nach dem Motto “ Man weiß nie wie das Wetter sich entwickelt.“, dabei war ein mega sonniger Tag angesagt!  Aber was soll´s, nur die Starken kommen in den Garten und so schleppten wir ein Großteil unserer Wanderkleidung über das Gatterl.

Auf einem schmalen Pfad seitlich der Hochfelder Alm geht es bergauf in Richtung Felderer Joch.  Der Beschilderung zur Folge braucht man noch 5 1/4 Stunden bis zur Zugspitze, über Felderer Joch, Gatterl und  Knorrhütte. Obwohl es erst 10.15 Uhr war, brannte die Sonne und es ist ungewöhnlich heiß zu dieser Jahreszeit. Endlich, zwischenzeitlich kommt ein laues Lüftchen auf und verschafft Erleichterung.

 

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Nach dem Felderer Joch wurde das Gelände etwas flacher. Aber dafür erforderte das anstehende  Geröllfeld eine höhere Aufmerksamkeit und Trittsicherheit. Der weitere Weg führt ohne nennenswerte Schwierigkeiten zur kleinen Kletterpassage am Gatterl. Hierbei handelt es sich um einen ca. 15 Meter langen Aufstieg, der mit Drahtseil gesichert ist. Der Grenzübergang ist ganz klar der Höhepunkt dieser Wanderung.

 

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Von hier ist in der Ferne die Knorrhütte zu erkennen, aber ich hatte keine Ahnung, dass  diese Passage über das Platt mit Geröll fast eine ganze Stunde benötigt. Hier war Geschick und Kondition angesagt. Allmählich war der Akku leer und wir machten unsere erste Brotzeit. Es ist unbeschreiblich wie gut nach so einer Anstrengung ein Butterbrot schmeckt, oder? Und dazu dieser Blick ins Höllental…. einfach toll.

 

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Obwohl die Knorrhütte schon nach einer kleinen Strecke erreicht wurde, legten wir eine  zweite Pause ein und vertilgten ein gutes Stück Apfelkuchen.  ♫ ♫ das haben wir uns verdient…

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Ein kleiner Plausch auf der Terrasse vor der Hütte mit unseren holländischen Mitstreitern und schon ging es wieder weiter.  Direkt an der Knorrhütte schraubt sich der Weg  Serpentine um Serpentine weiter Richtung Sonn- Alpin. Noch ein Kilometer und noch … langsam schlich sich bei mir das bekannte „Kein-Bock-mehr“ -Gefühl ein und ich war heilfroh, dass ich mir aussuchen konnte, ob ich die Kletterpassage der letzten 300 Höhenmeter klettern oder mit der Gletscherbahn zur Spitze fahren wollte.  Ich wollte fahren.

Beobachtungen vom sicheren Standort Sonn-Alpin versprachen eine anstrengende letzte Passage mit Geröll, Felsen und x-prozentigem Anstieg. Da ich nach 5 Stunden keine Lust mehr hatte mich zu bewegen und dazu noch Rückenschmerzen, fiel mir die Entscheidung leicht. (Ich hatte nicht den Eindruck, dass mein Mann über diese Entscheidung traurig war.)

 

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Eine kurze Gondelfahrt und schon sind wir auf  unserer Zugspitze … JA.

Welch ein Wechselbad der Gefühle! Auf der einen Seite riesige Freude Wunsch Nr. 37 erfüllt und die Anstrengung gemeistert zu haben, auf der anderen Seite dieser Kommerz und die Baustelle die andeutet „noch besser, noch mehr“.   Letztendlich überwiegt die Freude und der unbeschreiblich schöne Blick über die umliegenden Berge und Täler.

Was ich auch noch sehr spannend fand war der Menschen-Mix aus verschwitzten Bergsportlern und wohlriechenden Bergbesuchern.

 

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Nach unserem Aufenthalt und einem guten Espresso an der Bar des deutschen Restaurants machten wir uns auf den Weg, um die nächste Gondel zur Talstation der Ehrwalder Zugspitzbahn zu erwischen. Wahnsinn, schon nach 15 Minuten Fahrt hatten wir wieder Boden unter den Füssen.

Es dauerte nur wenige Minuten und ein Bus fuhr uns bequem über Ehrwald zum Parkplatz der Talstation Ehrwalder Alm. Die meisten Busgäste waren Bergwanderer. Sollte sich ein Normalo oder Touri verirrt haben, bin ich mir sicher, dass er aufgrund der massiven Geruchsbelästigung schon an der nächsten Haltestelle wieder ausgestiegen ist.

Wie dem auch sei, ich bin stolz auf mich und der Gang auf die Zugspitze hat mich so motiviert, dass wir am kommenden Wochenende wieder Richtung Füssen unterwegs sein werden. Vielleicht sehen wir uns ja auf einer Hütte.

 

Zum Schluss ist  es mir ein besonderes Anliegen meine Wanderschuhe & Multifunktionsschuhe Salomon X Ultra Mid 2 GTX* zu erwähnen. Dieser Multifunktionsschuh ist mein Begleiter beim Bergwandern und Cross Skating.  Er hat auch auf dieser Route wieder sein bestes gegeben. Keine Blasen und keine Druckstellen! Er gibt mit seinem guten Fußbett Halt und ist mit ca. 500 g angenehm leicht.

Bewertung: TOP

 

 

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