Motorradfahren mit neuem EU-Führerschein A2

Motorradfahren mit über 50 eine verrückte Idee?  Mitnichten! 

Autor: Servus Senioren

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Für Spätberufene:

Motorradfahren als Anti-Aging Rezept

Vereinfachter Zugang zum Führerschein A2 – neue EU-Regelung macht´s möglich

Wer in jungen Jahren aus finanziellen, beruflichen oder familiären Gründen sich keinen Motorradführerschein leisten konnte, hat jetzt die Möglichkeit einen Traum leichter zu erfüllen. Sie würden staunen, wie viele unserer Generation diesen Wunsch schon lange hegen. Gehören Sie auch dazu? Wie auch immer, auf jeden Fall hat hier das fortgeschrittene Alter einen Vorteil; hier profitiert die Generation 50 plus.

Aber der Reihe nach.

 

Die neue EU-Führerscheinrichtlinie

Seit dem 19. Januar 2013 ist die EU- Führerscheinrichtlinie in Kraft. Konnte man bislang mit dem alten Führerschein Klasse 3 ein Motorrad bis 125 ccm fahren, ermöglicht uns die neue EU-Führerscheinrichtlinie einen einfacheren Zugang zur Fahrerlaubnis für Motorräder bis 48 PS. Bezeichnung der neuen Fahrerlaubnisklasse: A2

 

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Wer Inhaber einer KFZ- Führerscheinklasse 3 ist, die bis zum 31. März 1980 erworben wurde und diese bis heute ohne zwischenzeitlichen Entzug noch besitzt, hat jetzt die Möglichkeit die Fahrerlaubnis der Klasse A2 zu beantragen. Einzige Voraussetzung ist hier noch eine 40-minütige praktische Motorradfahrprüfung. (Die lästige Theorie entfällt!)

 

Motorradfahren. Führerscheinprüfung A2

Der Antrag zur Fahrprüfung erfolgt über eine Fahrschule bei der örtlichen Führerscheinstelle. Neben den herkömmlichen Formalitäten wird auch ein Sehtest gefordert.

Ob und wie viel Fahrstunden benötigt werden? Das hat uns auch brennend interessiert und uns Auskunft bei einer bekannten Mainzer Fahrschule eingeholt. Nach Erfahrungswerten der letzten vier Jahre, benötigen in der Regel

  • Fahrer, denen das Fahren mit einem Motorrad bis 125 Kubik vertraut ist, ca. 4-6 Fahrstunden
  • Autofahrer, die bislang keine Motorradfahrerfahrungen haben, darüber hinaus entsprechend mehr Fahrstunden.

Ein freiwilliger Besuch von Theoriestunden ist für das Fahrverhalten und für die Fahrprüfung nur von Vorteil, so der Fahrschullehrer.

Ist erst einmal die Hürde A2-Lizenz Motorräder bis 35 kW  (48 PS) mit einem Leistungsgewicht von maximal 0,2 kW/kg genommen, kann es losgehen.

 

Motorradfahren – Das sollten Sie wissen

Die EU-Richtlinie erlaubt es Bikern Motorräder um die Hälfte ihrer Ausgangsleistung zu drosseln. Im Klartext: Nach EU-Recht kommen zur Drosselung Motorräder mit maximal 70 kW (95 PS) infrage und seit 01. Januar 2017 auch in Deutschland.

Den „Drossel“ -Passus hatte Deutschland  2013 jedoch nicht übernommen und Biker konnten jedes 48 PS-konforme Modelle drosseln, egal wie hoch die ursprüngliche Leistung war. Nach einer Klage der EU-Kommission wurde die Führerscheinregelung A2 dem EU-Recht angeglichen.

Motorradfahrer, die zwischen dem 19. Januar 2013 und dem 27. Dezember 2016 ihren Führerschein A2 erwarben, genießen Bestandsschutz.  Sie dürfen weiterhin auf 35 kW gedrosselte Motorräder fahren, aber nur in Deutschland. (… macht das einen Sinn?)

Für eine Auslandsreise mit dem Motorrad stellt sich die sogenannte „falsche“ Drosselung als ein Problem dar.

Wer gerne leistungsstärkere Motorräder fahren möchte, kann nach zwei Jahren den Aufstieg in die unbegrenzte A-Klasse beantragen. Hierzu ist wieder eine praktische Prüfung erforderlich.

Für welches Motorrad ich mich entscheide? Ach, das gibt es so einiges in der engeren Wahl, zum Beispiel ein älteres Enduro-Modell.


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