Wenn Eltern älter werden und sich alles ändert.

Irgendwann ist es soweit:  Unsere Eltern sind alt, ihre Kräfte lassen nach und brauchen Unterstützung.

Autor: Servus Senioren
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Familie

Eltern werden alt und brauchen Hilfe

Eines Tages ist der Zeitpunkt da, an dem unsere alten Eltern Unterstützung brauchen. Meistens geht dieser Prozess mit fortschreitendem Alter schleichend einher. Sie brauchen Hilfe zum Bewältigen der Haushaltsführung, für Einkäufe, Arztbesuche oder auch einfach nur Gesprächspartner, um gesellschaftliche Themen besser einordnen und Veränderungen, bedingt durch unsere schnelllebige Zeit, verstehen zu können.

Aber nicht selten ändert sich die Lebenssituation unserer Eltern plötzlich, durch äußere Einflüsse, einem Sturz oder einer akuten Erkrankung. Das ist der Moment, der auch unser Leben von jetzt auf gleich beeinflusst.

Die damit einhergehende neue Rollenverteilung fällt weder den Eltern noch der Generation Ü 45 leicht.

Im günstigsten Fall läuft alles gut. Aber wie so oft tauchen Probleme auf, alte Eltern verändern sich, werden schwierig und nerven, der Umgang miteinander fällt schwer.

In unserem Servus Senioren Team und im Freundeskreis ist das Thema `Sorge um die eigenen Eltern´ immer wieder Gesprächsstoff. Dabei geht es nicht nur um Art und Umfang der Bedürftigkeit, sondern auch um den Rollentausch und das Thema Älterwerden. Die Zeit ist reif, um sich damit zu beschäftigen.

 

Wenn Eltern keine Hilfe annehmen

Noch nie waren Menschen bis ins hohe Alter so aktiv wie heute. Sie treiben Sport, kümmern sich um gute Ernährung, bilden sich weiter, pflegen Hobbys und reisen um die ganze Welt. Sie genießen ihren Freiraum und organisieren ihren Alltag so, dass sie möglichst lange selbstständig leben können.

Vielleicht ist der Wunsch nach Agilität oder die Sorge den Kindern nicht zur Last zu fallen der Grund, warum es ihnen schwerfällt, den Zeitpunkt der Hilfsbedürftigkeit zu kommunizieren.

Vielleicht ist aber auch die Weigerung die eigene geistige und körperliche Veränderung zu akzeptieren der Grund, warum Eltern uns gar nicht oder sehr spät um Hilfe bitten.

Es muss nicht gleich ein Pflegefall vorliegen. Wenn Eltern schwerhörig sind und trotzdem kein Hörgerät wollen oder mit dem Auto fahren, obwohl das Reaktionsvermögen verlangsamt ist und sie es ganz genau wissen, dann liegt es an uns, den Kindern, Enkel oder anderen Angehörige das Thema anzusprechen.

Es gibt aber auch jene Eltern, die den Eindruck erwecken und auch kundtun, dass ihnen das Leben zur Last fällt. Umso mehr man ihnen an alltäglichen Aufgaben wegnimmt, umso besser. Sie leiden, senden Hilferufe und brauchen viel positiven Zuspruch. Sie zeigen sich schwierig und nerven. In dieser Situation besteht nicht die Schwierigkeit Hilfe anzubieten oder zu organisieren, sondern die eigene Grenze zu erkennen und zu akzeptieren.

 

Älter werden, aber nicht alt sein

Wer hochbetagte Eltern hat, ist meist selbst schon über 45 Jahre alt und befindet sich in der Familien-, Konsolidierungs- oder Vorruhestandsphase. Auf jeden Fall steht man voll im Leben und ist mit sich, einer Partnerschaft und Hobbys beschäftigt. Immer öfter fällt ein Blick auf vergangene Jahre. Frau/Mann zieht Bilanz.

Sich zu diesem Zeitpunkt mit dem Thema Älterwerden zu beschäftigen fällt vielen schwer. Vielleicht ist das der Grund, warum viele sich winden und auf einen wahrnehmbaren geistigen und/oder körperlichen Abbau eines Elternteils nicht angemessen reagieren können. Sie möchten das Sichtliche nicht sehen, der Umgang fällt schwer.

Der Alterungsprozess der Eltern führt die eigene Endlichkeit vor Augen. Das zu akzeptieren fällt den meisten schwer. Ist auch kein Wunder. Werbung und Prominente zeigen, wie man durch Sport, gesunder Ernährung und eingreifenden Prozessen steinalt werden kann. Und dann müssen wir an unseren Eltern erkennen, dass das Leben endlich ist! Dies zu verstehen und zu akzeptieren ist ein Lernprozess. Älterwerden ist eine Lebensaufgabe.

Aber vielleicht macht es einfach auch nur traurig zu sehen, wie bei unseren Eltern die Kräfte schwinden und sie körperlich abbauen. (Die Lebensaufgabe ist trotzdem zu bewältigen!)

 

Jetzt sind wir gefordert

Sind wir doch mal ehrlich, eigentlich wünschten wir uns, dass alles beim Alten bleibt. Stattdessen ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir uns mit der Veränderung auseinandersetzen müssen.

Haben wir das Thema erkannt, sind wir gefordert unsere Eltern zu beschützen und zu helfen.

Die Hilfe kann in ganz unterschiedlicher Art und Weise und einem unterschiedlichen Umfang geleistet werden, da gibt es keine Vorgaben. Wer zum Beispiel mehrere Kilometer vom Wohnort der Eltern entfernt lebt, kann keine alltäglichen Aufgaben übernehmen. Oder, wenn das Verhältnis über Jahre zerrüttet war, ist die Art der Hilfeleistung eine andere, als in einer gut funktionierenden Eltern-Kind-Beziehung. Art und Umfang Ihres Einsatzes bestimmen Sie selbst.

Verzwickt ist auch die Situation, wenn eine moralische innere Instanz uns zu mehr Hilfe auffordert, als wir aufgrund der Lebensumstände in der Lage sind zu leisten. Hier laufen wir Gefahr entweder Schuldgefühle zu entwickeln oder über unsere Grenzen zu gehen.

Um einen Weg zu finden, von dem wir überzeugt sind, dass er für uns der richtige ist und  uns in der Balance hält, sind Gespräche mit dem Partner, in der Familie und im Freundeskreis von eminenter Bedeutung.

Wichtig ist, das Thema anzunehmen und sich über die eigenen Möglichkeiten und Grenzen bewusst zu werden.

Teilen Sie sich mit, schildern Sie Ihre Bedenken und Sie werden staunen, wie viele in Ihrer näheren Umgebung sich mit dem gleichen Thema auseinandersetzen.

 

Mit den Eltern gemeinsam Wege finden

Solange Eltern noch geistig fit sind und selbst Entscheidungen treffen können, sind gemeinsame Gespräche zur Klärung der neuen Lebenssituation Gold wert. Es besteht die Chance Wahrnehmungen, Sorgen, Bedürfnisse und Vorstellungen zu kommuniziert. Eltern als auch Kinder können in angemessener Weise die Informationen in die Planung einzubinden.

Im besten Fall erreichen Sie somit eine Win-Win-Situation.

 

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