Arthrose: Künstliches Kniegelenk – ja oder nein?

Viele Millionen Arthrosepatienten in Deutschland beschäftigen die Frage, ob für sie ein künstliches Kniegelenk das Richtige ist.

Autor: Servus Senioren
Arthrose, künstliches Kniegelenk

 

Gesundheit im Alter

Arthrose: Künstliches Kniegelenk – ja oder nein?

Sich wieder schmerzfrei zu bewegen ist ein Wunsch vieler Menschen, die an Arthrose am Kniegelenk erkrankt sind. Wenn der Gelenkverschleiß immer weiter voranschreitet, kommt es zu unerträglichen Schmerzen. Um dies wiederum zu vermeiden, schränken  Betroffene ihre Bewegungen ein; ein kontraproduktiver Vorgang.  Alltägliche Tätigkeiten wie Gehen, Autofahren, Einkaufen oder Arbeiten werden zur Qual und oft wird eine Hilfe Dritter unumgänglich sein.

Die Frage und in Folge auch die Entscheidung, ob und wann ein künstliches Kniegelenk das Richtige für einen ist, beschäftigt irgendwann jeden.

Knieendoprothese ja oder nein?

Ein künstliches Kniegelenk kann die gewünschte Schmerzlinderung bringen. Auch wenn Gelenk – OPs zu den erfolgsversprechensten Eingriffe in der Orthopädie gehören, sind  trotzdem 10 bis 20 Prozent der Patienten unzufrieden mit dem Ergebnis. Wie das?

Meist liegt es an den hohen Erwartungen an die OP, dem Wunsch endlich sich wieder „normal“ bewegen zu können. Doch, je nach Schweregrad der Arthrose und möglichen Begleiterkrankungen, wird der Patient auch nach dem Gelenkersatz mit Einschränkungen leben müssen, so Prof. Dr. Dr. Siebert.

Somit hängt letztendlich der OP-Erfolg von der eigenen Erwartung und dem Schweregrad der Arthrose ab.

Also doch besser nicht zu lange warten und den Eingriff wagen?

 

Leitlinie Indikation Knieendoprothese

Die Frage nach einem Eingriff und dem Zeitpunkt sollte mit dem betreuenden Facharzt abgeklärt werden.

Für Patienten wurde zur Anregung und Entscheidungsfindung eine Leitlinie erstellt. Sie bietet wissenschaftlich gesicherte Empfehlungen, die über Kriterien für eine Gelenk-OP aufklären.

Vier Hauptkriterien, die für eine Knieendoprothese erfüllt sein sollen:

1. Der Schmerz besteht seit mindestens 3 bis 6 Monaten und tritt entweder dauerhaft oder mehrmals wöchentlich bei Belastung auf.

2. Die Schäden am Gelenk müssen auf dem Röntgenbild deutlich sichtbar sein.

3. Medikamente und nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Bewegung und Krankengymnastik können über einen Zeitraum von 3 bis 6 Monaten den Schmerz nicht mehr ausreichend lindern.

4. Die Schmerzen schränken den Patienten im täglichen Leben so stark ein, dass er nicht mehr bereit ist, sich mit ihnen abzufinden.

 

Weitere Nebenkriterien, die zu beachten sind:

5. Wie weit kann der Patient ohne Pause gehen?

6. Kann der Haushalt vom Patienten noch selbst geführt werden oder wird Hilfe benötigt?

7. Kann der Patient noch Treppen steigen?

 

Die Patientenleitlinie „Indikation Knieendoprothese“ ist kostenlos im Internet, AWMF – Das Portal für wissenschaftliche Medizin – verfügbar.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie

 


 

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