Zuckerfreie Ernährung. Warum eigentlich?

Angeblich soll Zucker ungesund sein oder geht es eher um übermäßigen Konsum?

Autor: Servus Senioren
Zuckerfreie Ernährung. Ernährung ohne Zucker

Gesund ernähren

Zuckerfreie Ernährung. Warum eigentlich?

Können Augen lügen? Es fällt leicht mollige Erwachsene, aber auch Kinder, in der Fußgängerzone zu entdecken. Wussten Sie, dass wir Deutschen am Tag circa 100 Gramm Zucker vertilgen? Dass Gesundheitsbehörden und Ärzte aber nur 25 Gramm pro Tag empfehlen, um Spätfolgen zu vermeiden?  25 Gramm entsprechen in etwa 6 Teelöffeln. Also, ein gänzlicher Verzicht ist nicht notwendig. Aber warum fällt die Einschränkung so schwer? Ganz einfach: Zucker macht süchtig und Zucker ist überall.

 

Zucker ist überall

Um zu viel Zucker zu konsumieren, müssen Sie nicht mehrere Kaffeestückchen vertilgen. Zucker ist fast überall. In 80 % der Produkte, die in den Lebensmittelregalen stehen, finden Sie Industriezucker – versteckt. Nur wer Klarheit möchte, findet bei den Zutaten auch Zucker. Aber die Lebensmittelindustrie ist geschickt und verwendet den Namen nicht unbedingt als solches. Chemische Bezeichnungen lassen nicht gleich Zucker erkennen.

Zutatenliste Zucker und Zuckerkombinationen:

  • Dextrose
  • Fruktosesirup oder Fruktose-Glukose-Sirup
  • Gerstenmalz/Gerstenmalzextrakt
  • Glukose
  • Glukosesirup, Glukose-Fructose-Sirup oder Stärkesirup
  • Karamellsirup
  • Laktose
  • Maltose oder Malzextrakt
  • Maltodextrin, Dextrin oder Weizendextrin
  • Saccharose
  • Süßmolkenpulver
  • Raffinose

Leider sind Hersteller nicht verpflichtet die Menge anzugeben. Steht jedoch Zucker oder eine chemische Bezeichnung weit vorne, deutet dies auf einen hohen Zuckergehalt hin.

Sie haben Lust auf Saures, zum Beispiel auf eingelegte Gurken oder Kürbis?  Schauen Sie auf die Zutatenliste und Sie werden staunen. Bereits nach Gurken und Brandweinessig wird Glukose-Fructose-Sirup und etwas später noch einmal Zucker aufgeführt.

Auf diese versteckte und subtile Art kommt schnell ein ZU VIEL an Zucker zustande.

 

Zucker macht süchtig

Unser Gehirn braucht eine gewisse Menge an Zucker. Sobald wir uns etwas gönnen und der Zucker in unseren Darm gelangt, erhält unser Gehirn Impulse und das Belohungssystem wird aktiviert.

Es kommt zur Ausschüttung von Doparmin, einem wichtigen Botenstoff, der Antrieb und Motivation steigert. Kaum ist der Zucker verzehrt, stellt sich eine gewisse Befriedung ein, allerdings nur kurzfristig und der Körper verlangt nach mehr. Unser Gehirn kann nicht unterscheiden, ob der Zucker aus gesunder Nahrung stammt oder chemisch hergestellt wurde. Damit hat Zucker ein hohes Abhängigkeitspotensial, ähnlich wie Nikotin. Hinzu kommt noch, dass unser Auge „mit isst“.  Oder möchten Sie abstreiten, dass ein Bild mit einer verführerischen Torte keine Auswirkung auf Sie hat?

Es ist ein Teufelskreis. Wenn der Blutzuckerspiegel steigt, verlangt der Körper nach mehr. Bekommt er mehr, steigt der Blutzucker. Eine dauerhaft süße Ernährung  ist für die Massenerkrankung  Typ-2-Diabetes verantwortlich. Früher nannte man diese Form auch „Alterszucker“,  wobei wir beim Thema „Macht eine zuckerfreie Ernährung auch noch im Alter Sinn?“ angelangt sind und die Frage mit einem klaren Ja beantworten. Eine zuckerfreie Ernährung verspricht fit und vital zu sein.

 

Krankheiten, die mit Zucker in Verbindung stehen

Dauerhaft hoher Blutzuckerspiegel führt zu Gedächtnisproblemen. Das haben Wissenschaftler der Berliner Charite in einer Studie nachgewiesen.

Wissenschaftler untersuchten die Gedächtnisleistungen von insgesamt 141 gesunden Probanden mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren. Im Test mussten die Probanden beispielsweise eine Liste mit 15 Wörtern für 30 Minuten in Erinnerung behalten. Es zeigte sich, dass die Zunahme von Zucker im Blut, dazu führte, dass die Teilnehmer im Durchschnitt zwei Wörter weniger erinnerten.

Ein erhöhter Zuckerkonsum steigert nicht nur das Übergewicht und ein Diabetes Risiko, sondern schwächt auch das Herz. Wissenschaftler haben in einer Studie festgestellt, dass es einen engen Zusammenhang zwischen einem ZU VIEL – Zucker und Herzinfakt gibt.

 

So erreichen Sie eine zuckerfreie Ernährung

1 Zeit nehmen

Wer seine Ernährung umstellt braucht Zeit, um sich neu orientieren zu können.

2 Stöbern Sie nach News

Saugen Sie Informationen auf, wie machen das andere mit einer zuckerfreien Ernährung? Stöbern Sie nach Rezepten

3 Zutatenliste studieren

Bevor Sie einzelne Produkte in den Einkaufswagen legen, lesen Sie die  Zutatenliste. Ich gebe zu, dadurch reduziert sich die Auswahl.

4. Fertigprodukte meiden

Getränke, Brotaufstrich, Fertigsuppen und Fertiggerichte beinhalten meist viel Zucker.

5. Prinzipiell: Weniger ist mehr!

Statt Zucker lieber einen Apfel mit Mandeln genießen.

 

Wer gerne auf Zucker verzichten möchte, aber weniger auf Süßes, der findet gesunde Alternativen mit Honig und Agavendicksaft.

 


 

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