Erste Hilfe leisten. Was ist zu tun?

Wer an eine Unfallstelle kommt, muss Erste Hilfe leisten. Doch was ist zu tun?

Autor: Servus Senioren
Erste Hilfe

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Erste Hilfe leisten an der Unfallstelle

Wir, eine Kleingruppe Jungsenioren, fuhren mit dem Mountainbike zügig auf einem gut ausgebauten Waldweg, als Gernot aus einer Unachtsamkeit heraus das Gleichgewicht verlor, kurz absteigen wollte, umknickte und in den mit Grün überwucherten Graben samt Fahrrad fiel.

Das Gros der Gruppe hat den Vorfall nicht mitbekommen und ich als Nachzügler riss die Augen auf vor Entsetzen. Gernot konnte sich kaum bewegen und wimmerte. Was sollte ich tun? Ich rief nach den andern… vergebens. Ich war auf mich als Ersthelfer alleine angewiesen. Mein letzter Erste Hilfe Kurs lag fast 20 Jahre zurück; mir war mulmig.

Ich klärte die Lage ab. Zum Glück war Gernot ansprechbar und konnte sich nach einer kurzen Zeit mit meiner Hilfe langsam aus dem Graben befreien. Es dauerte gefühlte Stunden und einer ewig langen Brüllerei nach Hilfe bis die Truppe bemerkte, dass etwas nicht stimmte und umdrehte. Auch wenn ich etwas verstimmt war, war ich doch froh jetzt nicht mehr als Ersthelfer alleine zu sein. Aufgaben konnten verteilt werden – Standort orten und Rettungsleitstelle anrufen.  Wer merkt sich schon die Standortzeichen im Wald, wenn er gerade beim Entspannen ist! Gott sei Dank hatte einer  von uns eine Rettungsdecke im Rucksack, denn Gernot fing bei Temperaturen von über 20° C an zu frösteln. Letztendlich ist alles gut verlaufen und unser Unglücksrabe hatte Glück im Unglück – ’nur‘ der Fußknöchel war gebrochen. Aber was wäre gewesen, wenn Gernot sein Bewusstsein verloren hätte oder die Wunde extrem stark geblutet hätte? Ja, richtig, wir hatten alle Glück.

Aber diese Situation hatte uns nachhaltig beeindruckt. Jeder von uns meldete sich zu einem Erste Hilfe-Kurs an und checkte die Erstversorger-Ausstattung am Fahrrad, im Rucksack und im Auto.

 

Erste Hilfe Kurs für Jedermann

Sie denken, Sie brauchen keine Auffrischung, da Sie nicht in solche Situationen kommen, weil Sie kein Auto fahren, kein Radfahren, nicht mehr berufstätig sind?

Vergessen Sie’s! Unvorhergesehene Situation treten von jetzt auf gleich ein. Ihr Nachbar auf der Treppe stürzt, Ihr Enkelkind schluckt aus Versehen Pflanzenschutzmittel oder in Ihrer Sportgruppe verletzt sich jemand. Alltagssituationen, die tagtäglich geschehen.

 

Regionale Ausbildung in Erster Hilfe

Alle Hilfsorganisationen wie Rote Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund, Malteser Hilfsdienst und Johanniter bieten an sechs Tagen die Woche Erste Hilfe Kurse  in Ihrer Nähe an. Die Kurse finden seit ein paar Jahren nur noch eintägig statt und kosten in der Regel zwischen 30.00 und 35.00 Euro.

Erste Hilfe Themen

  • Eigensicherheit und Sicherung der Unfallstelle
  • Beobachtung der Notfallperson hinsichtlich ihrer Vitalfunktionen
  • Wundversorgung, Blutstillung / Druckverband
  • Umgang mit Gelenkverletzungen und Knochenbrüchen
  • Verbrennungen, Hitze-/Kälteschäden
  • Verätzungen
  • Vergiftungen
  • lebensrettende Sofortmaßnahmen wie stabile Seitenlage und Wiederbelebung
  • Maßnahmen bei Herzinfarkt und Schlaganfall (AED)
  • zahlreiche praktische Übungsmöglichkeiten

 

Als Ersthelfer am Unfallort

So wird die Rettungskette durchgeführt:

Die Unfallstelle absichern und für den eigenen Schutz sorgen

Warnblinker anschalten

Warnweste anziehen

Warndreieck aufstellen

Notruf wählen oder Dritte beauftragen den Notruf zu verständigen

Lebensrettende Sofortmaßnahmen anwenden. Bei Unsicherheit über das Telefon Anweisung erbitten

 

Notruf verständigen; W-Fragen beantworten

Wo ist der Unfallort?

Was ist geschehen?

Wie viele Personen sind verletzt?

Welche Art der Verletzungen können Sie erkennen?

 

Immer griffbereit

Warnwesten.  Im Auto sind Warnwesten gut und griffbereit in den Türen zu verstauen. Es ist sinnvoll für jeden Sitzplatz eine Weste zu haben, denn auch Mitfahrer stehen im Dunkeln gerne geschützt.  Auch für Rucksackträger, Sportler und Outdoor Freaks trägt das Mitführen einer Warnweste zur Sicherheit bei.

Warndreieck  gut erreichbar im Auto verstauen. Zur Erinnerung:  Aufstellen des Dreiecks auf einer Straße bis 50 km/h mit ca. 50 m Abstand und auf schnelleren Straßen mit 100 m Abstand.

Verbandskasten. Auch auf den Verbandskasten sollte im Bedarfsfall ein schneller Zugriff im Auto möglich sein. Die Rettungsdecke ist ein Teil der Ausstattung.  Für Rucksackträger und Outdoorfreaks gibt es kleine Erste-Hilfe-Sets.

Rettungsdecken kommen bei den meisten Unfällen zum Einsatz. Obwohl eine Decke im Verbandsset enthalten ist, ist das Mitführen einer weiteren Rettungsdecke sinnvoll, zumal sie leicht zu verstauen ist. Mich hat der quantitative Einsatz dieser wärmenden und kühlenden Decke beeindruckt – ein wahrer Lebensretter!

Einmalhandschuhe sind für den Eigenschutz unerlässlich!  Klein, kompakt und gut zu verstauen passen Sie in Handtasche, Bauchgürtel, Satteltasche, Rucksack und Auto.

 

 


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