Herzmuskelentzündung – die Gefahr nach Erkältung

So schützen Sie sich vor einer Herzmuskelentzündung als Folge einer verschleppten Virus-Infektion.
Autor: Servus Senioren

Herzmuskelentzündung - Grippe und Erkältung

 

Gesundheit heute

Herzmuskelentzündung – die Gefahr nach einer Grippe

Kaum setzt das alljährliche Winterwetter ein, kommt es vermehrt zu grippalen Infekten. Wer viel Sport treibt oder im Job sehr beansprucht ist, tut sich aber oftmals schwer damit, sich nach einer Grippe zu schonen. Gefährlich für das Herz kann es werden, wenn man krank oder noch geschwächt von einer Krankheit Sport treibt oder sich anderen körperlichen Belastungen aussetzt. Auch bei vermeintlich banalen Erkrankungen wie z. B. einem Virusinfekt der Atemwege oder des Magen-Darm-Traktes kann der Herzmuskel in Mitleidenschaft gezogen werden. Prof. Dr. med. Böhm von der Deutschen Herzstiftung warnt:  „Bei einer solchen Herzmuskelentzündung, der sogenannten Myokarditis, die oft gar nicht bemerkt wird, ist körperliche Anstrengung eine schwere Belastung für das Herz. Eine massive Herzschwäche kann die Folge sein, im schlimmsten Fall droht der plötzliche Herztod.“

 

Wie kann man sich schützen?

Grundsätzlich gilt:  Nach einer Grippe und anderen viralen oder bakteriellen Infektionen ist Schonung angesagt. Mit Sport und anderen körperlichen Belastungen sollte man auf jeden Fall so lange warten, bis Symptome wie Fieber, Husten, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen abgeklungen sind. Erst wenn man sich wieder wohlfühlt, kann der Körper wieder beansprucht werden.

Wichtig:  Dies gilt auch für Infekte, bei denen kein oder nur geringes Fieber auftritt. Betroffene sollten sich daher während der akuten Erkrankung schonen.

Prävention: Waschen Sie sich regelmäßig die Hände und halten Sie Abstand von Kranken.

Gut zu wissen: In Deutschland werden jedes Jahr ca. 3.500 Patienten mit Myokarditis mit schwerem Verlauf in Kliniken behandelt. Davon versterben etwa 150 Betroffene aus allen Altersgruppen.

 

Woran erkennt man eine Herzmuskelentzündung?

Bei einer Herzmuskelentzündung infizieren im Rahmen einer Virusinfektion der Atemwege oder des Magen-Darm-Traktes die Viren auch den Herzmuskel.

Aber nicht nur Viren sind die Übeltäter, sondern auch andere Erreger, wie Bakterien oder Pilze, kommen als Auslöser in Frage.  Treten nach einer Grippe Symptome einer Herzmuskelentzündung auf wie allgemeine Schwäche, Herzrhythmusstörungen, vermehrtes Herzstolpern, Luftnot oder Schmerzen in der Brust, wie sie auch bei einem Herzinfarkt auftreten können, sollte umgehend der Hausarzt oder Kardiologe aufgesucht werden, um die Herzbeteiligung in einem frühen Stadium zu erkennen und zu behandeln.

Leider läßt sich nicht einfach ein einzelnes Symptom benennen, das spezifisch für eine Myokarditis ist. Aber der Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung besteht besonders, wenn die genannten Beschwerden im zeitlichen Zusammenhang mit einer Virus-Infektion auftreten.

 

Behandlung bei Herzmuskelentzündung

Eine ursächliche Behandlung der durch Viren bedingten Herzmuskelentzündung gibt es Prof. Böhm zufolge noch nicht. Neben körperlicher Schonung sollten bei bestehender Herzschwäche auch ACE-Hemmer und Betablocker eingenommen werden. Patienten mit einer gesicherten Myokarditis sollten sich auf alle Fälle sechs Monate konsequent schonen: viel Ruhe, keine körperliche Belastung, keinerlei Sport oder Ausdauertraining, wenn möglich Fahrstuhl statt Treppe. Dies gilt selbstverständlich auch für schwere körperliche Arbeit im Beruf. Sport ist erst wieder nach einer Karenzzeit von sechs Monaten möglich, wenn sich die Herzfunktion wieder komplett erholt hat.

 

Tipp: Sie interessieren Sie für dieses Thema?  Der Ratgeber „Das schwache Herz: Diagnose und Therapie der Herzinsuffizienz heute“ kann kostenfrei unter www.herzstiftung.de/herzschwaeche-therapie angefordert werden.


 

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