Warnsignal Hexenschuss – was tun? Ursache und Tipps

Gebückt und schon tritt ein plötzlich auftretender Schmerz im Lendenwirbelbereich auf… Hexenschuss. Ein Warnsignal des Rückens.

Autor: Servus Senioren

Hexenschuss - was tun?

 

 

Gesund im Alter

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Bei plötzlich auftretenden, oftmals stechenden und manchmal anhaltenden Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule handelt es sich meist um einen Hexenschuss, medizinisch Lumbago genannt. Die akuten nicht-spezifische Kreuzschmerzen sind unkompliziert und klingen innerhalb weniger Tage wieder ab. Sie sind nicht selten ein Hinweis auf eine schlecht trainierte Rücken- und Bauchmuskulatur oder einen bewegungsarmen Lebensstil. Hinter einem Hexenschuss kann aber auch eine ernsthafte Erkrankung wie beispielsweise ein Bandscheibenvorfall stecken.

Bewegung ist das A und O. Allerdings übertreiben gerade im Frühling einige Aspiranten und belasten in ihrem Tatendrang nach der Winterzeit ihre darauf nicht vorbereitete Wirbelsäule zu stark. Zum Beispiel hoch motiviert durch ein Fitness-Video steigen sie aufs Fahrrad und malträtieren ihren Körper. Die falsche körperliche Verfassung quittiert der Körper mit einem Hexenschuss. Aber auch weniger sportlich begeisterte Menschen können mit einer motivierten Gartenarbeit, einem Frühjahrsputz oder einer Entrümplungsaktion den Rücken überlasten. Ergebnis: ein Hexenschuss als Warnsignal.

 

So meldet sich ein Hexenschuss

Ein Hexenschuss äußert sich durch einen einschießenden Schmerz im Lendenwirbelbereich. Eine Überlastung der Zwischenwirbelgelenke oder gezerrte und verspannte Rückenmuskeln zwingen den Betroffenen dann meist in eine gebückte Haltung. Auslöser für einen Hexenschuss sind oftmals ruckartige Bewegungen, das Heben schwerer Lasten und Verdrehungen, die durch eine schwache und verkürzte Rumpfmuskulatur begünstigt werden.

So beugen Sie vor

Für einen starken Rücken empfehlen Orthopäden Bewegung, Bewegung und Bewegung.

Im Alltag lassen sich schon leicht Aktivitäten umsetzen. Steigen Sie Treppen statt mit der Rolltreppe zu fahren, legen Sie alltägliche Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurück, statt mit dem Auto.  Machen Sie Pausen vom langen Sitzen. Dehnen Sie Ihre Muskeln, recken und strecken Sie sich so gut es geht. Dabei spielt es keine Rolle, ob im Büro, Kino oder während des Kaffeekränzchens. Sieht doof aus? Macht nichts, Hauptsache kein Hexenschuss.

Für das gezielte Training der Muskeln eignen sich gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Nordic Walking und Pilates.

Im Alltag sollten die Regeln einer rückenfreundlichen Haltung beachtet werden. Wer im Berufsalltag viele Stunden am Computerbildschirm arbeiten muss, sollte eine rückenfreundliche Grundhaltung einnehmen. Denn eine mehrstündige falsche Sitzposition belastet nachhaltig negativ die Bandscheiben.

Zum Anheben schwerer Gegenstände sollte man in die Knie gehen und den Rücken gerade halten, sodass Rücken und Bandscheiben geschont werden.

 

Was tun bei Hexenschuss?

Wer vom Hexenschuss geplagt wird, sollten aufgrund der Schmerzen nicht in eine steife Schonhaltung verfallen, sondern sich weiterhin aktiv bewegen. Dies fördert in fast allen Fällen die Heilung der Rückenschmerzen.

Die Einnahme eines rezeptfreien Schmerzmittels, maximal zwei bis drei Tage, kann helfen, ohne Schmerzen schnell wieder aktiv zu werden.

Wärmeanwendungen, wie zum Beispiel ein heißes Bad oder Rotlichtanwendung, wie zum Beispiel mit einer Infrarot-Kabine, ergänzen den Heilungsprozess. Auf starke körperliche Belastungen ist in dieser Zeit zu verzichten.

Während eher geringe Schmerzen, die den Alltag nicht beeinträchtigen, in der Regel von selbst wieder abklingen, ist bei länger anhaltenden und starken Schmerzen eine fachärztliche Abklärung angeraten.

Bei sehr starken Schmerzen und Begleitsymptomen, wie beispielsweise Gefühlsstörungen oder Lähmungserscheinungen, ist ein Gang zum Orthopäden umgehend notwendig.

 

Selten: Kein Hexenschuss, sondern Bandscheibenvorfall

In seltenen Fällen kann der vermeidliche Hexenschuss ein Bandscheibenvorfall sein, der auf einen Nerv drückt. Sollten sich die Schmerzen und Rückenprobleme nicht verbessern, ist es ratsam einen Facharzt aufzusuchen.

Orthopäden veranlassen gegebenenfalls Röntgen und Kernspintomografie und eine Diagnose stellen zu können. Bei nicht-spezifischen Kreuzschmerzen behandelt der Arzt die Symptome in der Regel ohne Bildgebung, zum Beispiel mit Medikamenten zur Entzündungshemmung, Schmerzlinderung und Muskelentspannung.

Liegt eine Blockierung der Wirbelsäulengelenke vor, bringt eine manuelle Therapie Linderung.


Quelle:: DGOU

 

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