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Schwerhörigkeit im Alter auf den Zahn gefühlt

Wenn mehrere Menschen gleichzeitig reden, fällt das Zuhören schwer. Besonders ältere Menschen klagen über Hörschwierigkeit.

Autor: Servus Senioren
Hören im Alter, Schwerhörigkeit im Alter

 

Gesundheit

Der Schwerhörigkeit im Alter auf den Zahn gefühlt

Kennen Sie das auch, dass man sich bei Stimmengewirr konzentrieren muss, um den Gesprächspartner gut zu verstehen? Diese Art der Hörschwierigkeiten nehmen im Alter zu.  Eine Erklärung hierfür liefern Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig: Die Veränderung liegt nicht nur im Ohr, sondern auch an den Aufmerksamkeitsprozessen im Gehirn.

 

Wie jetzt genau?

Jeden Tag und jede Sekunde ist unser Gehirn aktiv. Nachweislich kann man winzige Gehirnströmungen, die Alpha- Wellen mit einem Elektroenzephalogramm messen.
Um das Hörverhalten von Menschen genauer zu untersuchen, haben sich die Forscher diese Tatsache zu Nutzen gemacht und die Alpha-Wellen 20 bis 30jähriger und 60 bis 70jähriger Studienteilnehmer aufgezeichnet.

Dabei konnten sie feststellen, dass während der Höraufgaben die Ausschläge der Alpha-Wellen bei den Älteren schneller abnahmen. Zum Beispiel sollten die Teilnehmer gesprochene Zahlen hören und per Knopfdruck angeben, ob die zweite Zahl größer oder kleiner war als die erste. Erschwerend kam hinzu, dass die gesprochenen Zahlen mit Störgeräuschen überlagert wurden. Die Störgeräusche sollten Alltagssituationen simulieren, wie sie uns alltäglich begegnen.

Bei der Studie wurde explizit darauf geachtet, dass die Aufgaben für ältere wie für jüngere Teilnehmer gleich schwer ausfielen. Damit die Ergebnisse der unterschiedlichen individuellen Hörleistungen der Teilnehmer nicht verfälscht würden, passte man das  Sprachmaterial den Bedürfnissen jedes einzelnen an.

 

Das Studienergebnis

Wurde eine kleine Zahl am Anfang genannt, war die Wahrscheinlichkeit umso höher, dass die zweite Zahl eine größere sein musste. Diese Vorhersehbarkeit brachte sowohl bei  den älteren, als auch bei den jüngeren Teilnehmern eine schnellere Lösung. Dies änderte sich jedoch, bei veränderte Hörsituationen. Paradoxerweise profitierten hier die Älteren stärker und lösten die Aufgabe schneller. Dieses Ergebnis spiegelte sich auch in den Aufzeichnungen der Alpha-Wellen wider. Mit besserer Sprachqualität wurde der Ausschlag der Alpha-Wellen in der Gruppe der Älteren signifikant kleiner, als bei den Jüngeren. Offenbar verschiebt sich die Aufmerksamkeit im Alter auf akustische Aspekte des Sprachsignals.

Bei einer Befragung sollten Teilnehmer die Schwierigkeit des Zuhörens einschätzen, wenn im Hintergrund laut gesprochen wird. Das Ergebnis: Den Teilnehmern fiel es umso leichter, je stärker sie ihre Alpha-Wellen im Experiment an veränderte Akustik und Vorhersehbarkeit anpassten. Hier geht’s zur Studie.

 

Wie könnte die Zukunft aussehen?

Zukunftsmusik: Das Ergebnis ermutigt die Wissenschaftler weiter zu forschen. Sie sehen zum Beispiel die Möglichkeit, Hörgeräte individuell und dynamisch an die Hirnaktivitäten des Nutzers anzupassen.


 

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