Mit Herzschwäche in die Sauna?

Für viele ist der Gang in die Sauna das Allheilmittel im Winter. Aber ist Saunieren auch für Menschen mit Bluthochdruck und Herzschwäche erlaubt?

Autor: Servus Senioren

Sauna

 

Herz braucht Wärme

Mit Herzschwäche in die Sauna?

In den Wintermonaten ist der Gang in die Sauna für viele ein Genuss, um zu entspannen und zugleich den Kreislauf in Schwung zu bringen. Das gilt auch für viele Menschen mit Bluthochdruck, Rhythmusstörungen, Herzkranzgefäßerkrankungen oder Herzschwäche.

Damit sie keine unnötigen Risiken eingehen, ist im Vorfeld ärztlich abzuklären, bei welchen Temperaturen ein Saunagang ratsam ist.

Letztendlich ist es egal wie kalt oder heiß die Außen- oder Zimmertemperatur ist, für uns Menschen muss die Körpertemperatur immer auf 37 Grad Celsius halten.

Beim Saunieren wärmt sich der Körper bei großer Hitze auf,  sodass die Wärme über die Haut und über vermehrtes Schwitzen wieder abgegeben werden muss. Das Blut nimmt die übermäßige Wärme aus dem Körper auf und transportiert sie zu den kleinen Hautgefäßen, die die Wärme an die Luft abführen. Je mehr Blut vom Herzen durch die Hautgefäße gepumpt wird, desto mehr Wärme kann der Körper abgeben. In der Regel bewältigt ein gesunder Mensch diese Mehrbelastung ohne Probleme. Herzkranke hingegen kommen mit ihrer Leistungsfähigkeit schneller an ihre Grenzen. Ein gesundes Herz bewältigt diese Mehrbelastung in der Regel problemlos, ein krankes Herz dagegen kommt schneller an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit.

 

Die Herzleistung beim Saunieren steigern

Bei einem Saunagang von 70 bis 80 Grad und einer Dauer von 15 bis 20 Minuten steigt die Temperatur auf der Haut um zirka zehn Grad und die Körperkerntemperatur um bis zu zwei Grad an. Das entspricht während eines Saunagangs der Körpertemperatur bei mittlerem bis höherem Fieber (bis 39 Grad). Durch den Temperaturanstieg erweitern sich die Blutgefäße deutlich, dabei sinkt zunächst der Blutdruck und die Pulsfrequenz steigt um anfangs 20 bis zu 50 Prozent bei Erreichen der maximalen Körperkerntemperatur. Dadurch steigt die gesamte Herzleistung um zirka 80 Prozent. „Für alle Herzpatienten ist deshalb die plötzliche Abkühlung mit der Schwalldusche und im kalten Becken nach der Sauna absolutes Tabu“, warnt Dr. med. Kageneck aus Hamburg. Durch das ruckartige Abkühlen ziehen sich alle maximal weitgestellten Blutgefäße im Haut- und Unterhautgewebe plötzlich zusammen und eine große Menge Blut wird in kürzester Zeit in das Körperzentrum verschoben. Dieses Volumen und der dabei massiv ansteigende Blutdruck belasten beim Abkühlen das Herz. „Patienten mit Herzschwäche, Herzkranzgefäßerkrankungen und Bluthochdruck würde das gefährden. Herzpatienten müssen sich daher nach Saunagängen langsam abkühlen, vorzugsweise durch Umhergehen in kühlen Räumen oder durch lauwarmes Duschen.“

Sauna nur bei langsam ansteigenden Temperaturen

Menschen mit einer Herzschwäche, mit oder ohne überstandenen Infarkt, sollten in einem Belastungs-EKG mindestens 75 Watt problemlos schaffen. Dabei sollte man den maximal erreichbaren Puls und den Trainingspuls feststellen können. „Für KHK-Patienten ist die Sauna kein Tabu, aber sie sollten darauf achten, Saunagänge mit langsam ansteigenden Temperaturen und nur von kurzer Aufenthaltsdauer zu beginnen. Auch sollte es ohne weiteres möglich sein, während des Saunaganges immer wieder den Puls zu checken, um nicht zu lang über dem erlaubten Trainingspuls zu liegen.“ Patienten mit chronisch zu niedrigen Blutdruckwerten können auf Dauer bei Gewöhnung an den Saunabesuch durchaus davon profitieren. Anfangs kann allerdings für sie ein stark abfallender Blutdruck infolge der allgemeinen Gefäßerweiterung gefährlich werden. „Vor diesem Hintergrund sollte unbedingt auf weitere Maßnahmen mit gefäßerweiternder Wirkung wie Alkoholkonsum vor und nach einem Saunagang verzichtet werden“, warnt der Herzspezialist.

Für Patienten mit Herzschwäche und alle anderen Herzpatienten ist ein Saunagang eine Belastung für das Herz von zirka 50 Watt, was einem schnelleren Gehen entspricht.

 

PS. Denken Sie beim Saunieren unbedingt an regelmäßige Flüssigkeitszufuhr, am besten Mineralwasser


Quelle: www.herzstiftung.de

 

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