Kurzzeitpflege – Betreuung und Pflege auf Zeit

Mit unterstützenden Pflegeangeboten, hierzu gehört auch die Kurzzeitpflege, können betreuende Angehörige den Alltag besser bewältigen.

Autor: Servus Senioren

Kurzeitpflege - Pflegeformen

 

Kurzzeitpflege – Betreuung und Pflege auf Zeit

Kaum sind die Kinder aus dem Haus und es gelüstet einen selbst nach mehr Freiraum, erreichen einen die Anfragen der Eltern und Schwiegereltern nach Hilfe. Meist sind es kleine Botengänge, Einkäufe oder Hilfestellungen, um den Alltag zu bewältigen. Kleine Leistungen, die im eigenen Alltagsgeschehen gut einzubauen sind. Aber schleichend werden die Anforderungen immer mehr, die Anfragen immer öfter. Da ist es wichtig, nach sich selbst zu schauen, die eigenen Grenzen auszuloten und Ausschau nach Betreuungs- und Pflegehilfen zu halten.

Einen guten Überblick über Betreuungs- und Pflegeangebote erhält man unter anderem bei großen Wohlfahrtsverbänden. So bietet für den Raum Heidenheim, die DRK Heidenheim Pflegedienste gGmbH  ein breitgefächertes Angebot, von Alltagshilfen wie Essen auf Rädern, über Kurzzeitpflege bis hin zur vollstationären Pflege.

Wer Anspruch auf eine Kurzzeitpflege hat, wie und wo der Antrag gestellt wird, erfahren Sie hier auf unserer Seite.

 

Was versteht man unter Kurzzeitpflege?

Wer Angehörige zu Hause betreut, aber eine temporäre Entlastung gebrauchen könnte, da der Pflegebedürftige vorübergehend nicht zu Hause versorgt werden kann, findet mit der Kurzzeitpflege ein interessantes Angebot.

Dies könnte der Fall sein, wenn eine Krisensituation eintritt, weil die Betreuung und Pflege von jetzt auf gleich nicht mehr gewährleistet ist oder der Übergang im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt geregelt werden muss.  Für all jene gibt es die Kurzzeitpflege in den entsprechenden vollstationären Einrichtungen.

 

Für diese Situationen  Kurzzeitpflege beantragen

Typische Situationen sind, wenn

  • ein Pflegebedürftiger nach einem stationären Aufenthalt noch nicht fit genug ist für die Pflege zu Hause.
  • alleinlebende ältere Menschen nach einem Unfall oder einer Erkrankung für eine vorübergehende Zeit professionelle Unterstützung brauchen.
  • der Pflegebedarf des Pflegebedürftigen plötzlich mehr wird und von den Angehörigen nicht mehr bewältigt werden kann.
  • Zeit benötigt wird, um die Pflege zu Hause zu organisieren.
  • die pflegende Person selbst krank wird oder in Reha muss.
  • pflegende Angehörige eine Auszeit brauchen oder einfach in Urlaub fahren möchten.
  • die Zeit bis zur vollstationären Unterbringung überbrückt werden soll.
  • für eine überschaubare Zeit eine vollstationäre Einrichtung „getestet“ werden soll.

 

Dauer der Kurzzeitpflege

Pflegekassen übernehmen die Kosten der stationären Unterbringung für eine Dauer von bis zu 8 Wochen, dies entspricht bis zu 56 Tagen im Jahr. Gut ist, dass die Kurzzeitpflege mit der Verhinderungspflege kombiniert werden kann und Ihnen mehr Spielraum verschafft.

 

Kombination: Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege

Die Verhinderungspflege wird von der Pflegekasse für bis zu 6 Wochen gewährt. Wer die gesamten 6 Wochen nicht aufbraucht, kann die verbleibende Zeit für eine Ausdehnung der Kurzzeitpflege umlagern. Somit können Sie die Kurzzeitpflege auf bis zu acht Wochen ausweiten, sodass Ihnen für die verlängerte Pflege 3.224 Euro zur Verfügung stehen. Natürlich können Sie im Umkehrschluss ungenutzte Kurzzeit-Pflegezeiten auf die Verhinderungspflege verwenden, jedoch kann hier nur der halbe Betrag aus der Kurzzeitpflege angerechnet werden. Wie auch immer: es lohnt sich diese beiden Formen der Pflege zu kombinieren.

2019Pflegegrad 1Pflegegrad 2 bis 5
Kurzzeitpflege0 Euro1.612.- Euro pro Jahr ; hinzukommen 100 Prozent des nicht genutzten Budgets der Verhindungspflege. In der Summe bis zu 3.224 Euro pro Jahr.
Verhinderungspflege0 Euro1.612.- Euro pro Jahr; hinzukommen 50 Prozent des nicht genutzten Budgets der Kurzzeitpflege. In der Summe bis zu 2.418 Euro pro Jahr.

 

Wer hat Anspruch auf Kurzzeitpflege

Alle anerkannten Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 bis 5 haben Anspruch auf  Kurzzeitpflege, sowie Personen ohne Pflegegrad, die aufgrund einer Krankheit oder einem Unfall plötzlich pflegebedürftig werden.

 

So beantragen Sie Kurzzeitpflege

Kurzzeitpflege kann direkt von den Pflegebedürftigen, von den gesetzlichen Betreuern oder Vertretungsberechtigten beantragt werden. Das entsprechende Antragsformular erhalten Sie bei den Pflegekassen oder Ihrer Krankenkasse. Anträge ohne anerkannten Pflegegrad werden direkt bei der Krankenkasse gestellt. Wenn das Ausfüllen der Formulare zu kompliziert erscheint, wenden Sie sich an Ihre Krankenkasse, Pflegekasse oder dem Sozialdienst im Krankenhaus; da wird Ihnen geholfen.

 

Gut zu wissen

♦ Die Pflegekasse übernimmt nur die Pflegekosten, wenn die entsprechende Einrichtung für die Kurzzeitpflege zugelassen ist.

♦ Sie suchen einen Kurzzeitpflegeplatz während der Ferienzeit? Achtung, die Plätze sind heiß begehrt! Frühzeitig anmelden und der Urlaub kann geplant werden.

♦ Pflegende Angehörige, die selbst erkranken und einen stationären Aufenthalt oder einer Reha-Maßnahme bedürfen, können dies mit der Unterbringung des Zupflegenden kombinieren. Die Unterbringung kann in der gleichen oder in einer nahe gelegenen Einrichtung, in diesem Fall auch ohne Pflegezulassung, untergebracht werden.

 

News

Sie möchten noch mehr zum Thema Pflege erfahren? Wissenswertes finden Sie in der Broschüre

Ratgeber Pflege vom Bundesministerium für Gesundheit.

Download hier.

 

 

 


 

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