Pflegestufen 2017. Was ändert das neue Gesetz?

Seit Januar 2017 gilt das neue Pflegestärkungsgesetz. Aus drei Pflegestufen werden 5 Pflegegrade. Was bringt die Erneuerung?

Autor: Servus Senioren
Neue Pflegestufen ab 2017. Aus Pflegestufen werden Pflegegrade

Pflege

Neue Pflegestufen. Was ändert das neue Gesetz?

Ist das neue Pflegestärkungsgesetz willkommen oder ein Übel? Notwendig oder überflüssig?

Jeder, der einmal ein Familienmitglied durch die Mühlen zur Anerkennung einer Pflegestufe begleitet hat, weiß welche Hürden nach dem alten Pflegegesetz zu bewältigen waren.

Ich erinnere mich noch gut an die ärztliche Überprüfung meiner Großmutter vor Jahren. Aufgrund einer eintretenden Demenz konnte sie nicht verstehen, was alles von diesem einen Tag abhing. Besonders problematisch war ihre freudige Darstellung, was sie noch alles alleine erledigen konnte, obwohl dies nur noch an wenigen Tagen zu traf.

Die Reform 2017 verspricht eine Orientierung an den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen und nicht mehr an Minuten.

 

_________________________________________________________

Die Vorteile der Reform im Überblick
  • stärkere Berücksichtigung der Bedürfnisse von Demenzkranken
  • neue Begutachtungskriterien
  • Angleichung der Leistungen an die Preisentwicklung
  • durchschnittlich höhere finanzielle Leistungen
  • höhere Ausgaben in der Pflege

_________________________________________________________

 

Was ändert sich konkret?

Der Begriff Pflegebedürftigkeit wurde neu definiert und rückt geistige Erkrankungen, wie zum Beispiel Demenz, mehr in den Vordergrund. Psychische und körperliche Faktoren werden entgegen der alten Reform gleichermaßen berücksichtigt. Damit ändert sich auch das Begutachtungsverfahren, welches sich am Grad der Selbstständigkeit ermittelt. Auf dieser Grundlage wird eine der fünf Pflegegrade bestimmt.

Die bisherige Einteilung der Pflegestufen 0 – 1 – 2 – 3  wird durch die neuen Pflegegrade 1- 2- 3 – 4 – 5 ersetzt.

Curabox - Banner - 200x200 Der Gutachter überprüft, welche alltägliche Aufgaben der Betroffene noch selbstständig bewältigen kann und wobei er Hilfe benötigt. Die Aufmerksamkeit wird mehr auf die Fähigkeiten des Einzelnen gerichtet,  die in sechs verschiedenen Lebensbereichen gegliedert sind. Nach einer Punkte-Skala  von 0 bis 100 wird der Pflegegrad je nach Beeinträchtigung ermessen und unterschiedlich gewichtet.

 

 

Einteilung der Pflegegrade

1    geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

2    erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

3   schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

  schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

5   schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besondere

Anforderungen an die pflegerische Versorgung.

Je höher die Einstufung, desto höher die Leistungen der Pflegekasse.

 

Wie wird ein Pflegegrad festgestellt?

Der Pflegegrad wird nach einem Bewertungssystem errechnet, welches im Sozialgesetzbuch XI. §144 zu finden ist. Hierzu wird der Schweregrad der Beeinträchtigungen, der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten in 6 Module gegliedert.

 

Module in sechs Lebensbereiche:

Bereich der…
Mobilität  |  kognitiven und kommunikativen Fähigkeit  |  Verhaltensweise und psychische Problemlage  |  Selbstversorgung  |  Bewältigung von und des selbstständigen Umgangs mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen  |  Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

 

Wie sieht das Bewertungssystem aus?

Hier zeigen wir an einem Beispiel, wie das Schema aufgebaut ist.

Modul 1: Einzelpunkte im Bereich der Mobilität
Das Modul umfasst fünf Kriterien, deren Ausprägungen in den folgenden Kategorien mit den nachstehenden Einzelpunkten gewertet werden. Die Höhe der Punktzahl drückt aus, wie stark die Beeinträchtigung ist.

 

ZifferKriterienselbständigüberwiegend
selbständig
überwiegend
unselbständig
unselbständig
1.1Positionswechsel im Bett0123
1.2Halten einer stabilen Sitzposition0123
1.3Umsetzen0123
1.4Fortbewegen innerhalb des
Wohnbereichs
0123
1.5Treppensteigen0123

 

Sie möchten tiefer in das Thema einsteigen? Hier finden Sie Links zu weiteren Informationen.

 


Anzeige


 

Mehr von Servus Senioren: